Course (German)

Ziele der Hochschulfinanzierung in historisch-vergleichender Perspektive: Schweiz--Großbritannien--USA

Leitung: Prof. Dr. Anja-Silvia Goeing (Harvard/Zurich)

 

In der Corona-geschüttelten Welt stellen wir uns die Frage mit besonderer Dringlichkeit, welche Beziehung zwischen demokratischer Staatspolitik und den zugehörigen Bildungseinrichtungen und Hochschulen besteht bzw. bestehen soll. Die gegenwärtigen Diskussionen über Lehrpläne legen großen Wert auf den Nutzen und den Wert von "skills", Fertigkeiten, die nicht nur die Arbeitsfähigkeit der Studierenden erhöhen, sondern sich auch positiv auf das wirtschaftliche und politische Wohlergehen eines Staates oder einer Nation auswirken. Ältere, humanistischere Vorstellungen von Bildung als einem Prozess der Selbstverwirklichung hin zu einer moralisch besseren Person sind vielfach von solchen eher konsum-und marktorientierten Idealen in Frage gestellt worden und werden oft als veraltet angesehen. Gleichzeitig wirft die Frage, welche Werte die demokratische Bildung beeinflussen, andere Probleme auf: Wer entscheidet, was und wie studiert werden soll? Wie viel Autonomie sollten Pädagogen haben und inwieweit sollten Geldgeber - ob Staat und Politiker, Subventionsstellen, private Schenker und Spender oder Wähler und "die Öffentlichkeit", wie auch immer definiert - die Hochschulpolitik, die akademischen Lehrpläne oder Forschungsschwerpunkte der Universität beeinflussen? Im Zentrum dieser Fragen steht ein Spannungsverhältnis zwischen Ausbildungsschwerpunkten: soll eher das materielle Wohlergehens gefördert werden, oder sollen Studierende den demokratischen Wert des freien kritischen Denkens lernen? Fragen nach Zielen der Hochschulfinanzierung gehören in das größere Thema, wie unabhängig und autonom Bildungseinrichtungen in einer demokratischen Gesellschaft sein sollten oder können.

 

In diesem Seminar wird von einer historischen und internationalen Perspektive aus erörtert, wie die Finanzierung der Hochschulbildung die allgemeinen Ziele von Lehre und Forschung an Universitäten beeinflusst hat, historisch und gegenwärtig. Der Fokus liegt auf US-amerikanischen, britischen und schweizerischen Wegen und Zielen, das Angebot an Hochschulen in den letzten Jahren zu erweitern. Wir werden verschiedene Formen der staatlichen Beteiligung, des Sponsorings und des Nutzens der Entwicklung nicht-traditioneller und angewandter Studiengänge und Studiengänge im Hochschulbereich erörtern.

 

Themen:

A) Geld, Macht, Demokratie: Praktizieren und lehren Institutionen höherer Bildung Demokratie, und was haben die Geldgeber damit zu tun? Was sind die ehemaligen, was die derzeitigen Märkte der Hochschulbildung? Hat Corona Änderungen hervorgerufen/beschleunigt?

 

B) Patronage und Stiftungswesen: Individuelle Spenden und projektbezogene Forschungsförderung sind zwei klar separierte Ebenen in der Hochschulfinanzierung, die von privaten Geldgebern, aber auch von öffentlicher Hand verteilt werden. Die Geschichte Harvards ist ein sehr gutes Beispiel, wie diese verschiedenen Förderungsinstrumente zusammenwirkten, und was für Ergebnisse sie produzierten.

 

C) For-profit Initiativen: Die Spanne reicht von Enzyklopädien, die im 19. Jahrhundert als "higher education for profit" angepriesen wurden bis hin zu neuen Graduierungssystemen in der Universitätsweiterbildung. (Für die derzeitige Situation wichtig: wie ist der online-Markt zu bewerten?)

 

D) Nationale und lokale Vorgaben: Das Verhältnis zwischen staatlicher Finanzierung und dem Bildungsmarkt lässt sich anhand einer historischen Analyse britischer Hochschulen beurteilen, die sich zu Unternehmen und Anbietern von Konsumgütern umstrukturiert haben, anstatt traditionelle Bildungsziele zu verfolgen.

 

Der Kurs findet vom 15. Sept (incl.) bis zum 1. Dezember (incl) jeweils Dienstags von 16-18 online statt.

Am 14. November (Samstag) findet unser Aktiv-Workshop von 10-14 Uhr online statt. In diesem Workshop sollen Referate der Studierenden präsentiert und diskutiert werden.

Einzeldaten:

 

1. (Woche 38) Sept 15, 16-18 Uhr (online) INTRO
2. (Woche 39) Sept 22, 16-18 Uhr (online) THEMA A: Geld, Macht, Demokratie
3. (Woche 40) Sept 29, 16-18 Uhr (online) THEMA A
4. (Woche 41) Oct 6, 16-18 Uhr (online) THEMA A
5. (Woche 42) Oct 13, 16-18 Uhr (online) THEMA A: Gastseminar Prof. John Brewer: Fokus UK
6. (Woche 43) Oct 20, 16-18 Uhr (online) THEMA B: Patronage und Stiftungswesen
7. (Woche 44) Oct 27, 16-18 Uhr (online) THEMA B
8. (Woche 45) Nov 3, 16-18 Uhr (online) THEMA C: For-Profit Initiativen
9. (Woche 46) Nov 10, 16-18 Uhr (online) THEMA C
10.-11. Nov 14 (Samstag), 13-17 Uhr (online) (Neue Zeit!) AKTIV-WORKSHOP
12. (Woche 47) Nov 17, 16-18 Uhr (online) THEMA D: Global, National, Lokal
13. (Woche 48) Nov 24, 16-18 Uhr (online) THEMA D
14. (Woche 49) Dez 1, 16-18 Uhr (online) THEMA D