School Minutes 8: 1570-1572

School Minutes, Text (B): (8) Caspar Wolf (1570-1572)

 

 

[Text (B), 118ar]

 

Acta der Schulherren. // By verwaltung Caspar Wolffen der // Artzneyen Doctor. // 1570. //

 

Anno 1570. Uff den 9 Tag Aprellens, nach dem die general // censur aller professoren schulmeisteren, provisoren und Colla=// boratoren, in bysin herren Burgermeisters von Chaam, und // herren Seckelmeister Äschers, der notdurfft nach gehalten, hatt her doctor keller, der byßher schulherr gewäßen, min herren die verordneten gebätten, ime nun fürhin das ampt // abzunemmen, und mitt einem anderen zeversächen. Uff das // ward doctor Caspar Wolff zu einem angenden Schulherr // erwelt. //

 

Mitwuchen den 12 Aprellens. //

 

Ließ ich zum ersten alle verordneten herren von den gelerthen // zesamen beruffen. von wägen der fünff knaben, so hie von // an die frömbde zezüchen, erlaupnuß hattend, wen man // sij schicken welte. Alß ward beschlossen, das Oswaldus Renner, // Jodocus Nagel, und Johannes Schlatter, mitt sampt dem Hans // Zubler, so byß har zu basel gsyn, sich söltind angentz gen // Marpurg verfüget. und alda züchtiklich und wol halten. // und geschach das darumb, das diewil sy arm, und kein hilff // von den iren zehoffen, sij zu Marpurg am aller wolffli // sten zeren moechtind. Die übrigen zwen, namlich // Johannes Werdmuller und Marcus Noetzli, söltind nach bijß // uff künfftigs mittwuchen verharren, als Inn herr woffgang // haller von küngsfelden wider heim komme, und wie es // zu Bern der schulhallen un gschult habe erkundiget hebe, // als dan mon inen ouch bescheid gäben wurde. //

 

[Text (B), 118av]

 

Als demnach anzeig wurd, wie Jacob Vinßler und Nicolaus Wüst // so hievor gen Losannen gezogen, sich übel und ergerlich hieltindt // mitt unmäßigen zächen, und ein besondere wyß hieltind mit // pursieren, ouch im sölbigen andere knaben inzugind und // verfurtind, und uß irem gemach darin sij studieren söltind // ein tabernam machtind, ist empfollen worden, inen mitte // zeschiken, und zestrafen, ouch sij zevermanen, das sij d[…] // selbigen und andere besen Dingen absundind, sonst m[…] // verursachter sij heim zebruffen, und nach gebür zestraffe //

 

Witer als herr doctor Keller bijßhar ex Liebleri compen // De Anima geläsen, und aber das selbig nüt sonderlich den // knaben gedienet, diewil sij der anfängen der Physica // nütt bericht hettind, hat er im fürgnommen das klein // Prosterij compendium in zedictieren, und zeexplicieren, also // ein Jars den Cursum us horen mochtind. Wellich // anzug minen herren wolgefallen und bestetet worden. //

 

Demach waß anzogen, wo Sacrach Thomann zu Heidelberg // etwas schadens erlyden musten an den vj kronen, so im // durch herren Froschower, in nammen herre Obman Koch // der die selbigen herren Doctor Keller gäben, übergäben worden // also das er gab der lesten xx bazen, ob dem anderen mind // gehaben mögen, wurd erkent, diewil er flißig und sich // alwegen und nach unklagpar hielten, von herren B[…] // halber dister mangel ersetzt wurde. //

 

Als aber hievor heinrich Jeger mitt tod abgangen, und […] // Ochsner etlicher hievor verzeichneter ursachen halb geurlaubt // demnach der fünf vorgeschribnen an die frömbde geschickt // und sij alle vom Frauwenmünster, habend mine herren // dem statt, xvi. fürgeschlagen, den namen hienach volgt. //

 

[Text (B), 119br]

Es hand ouch do zemalen an herr Felix Wysten stadt an die ober schul // der von u. g. herren zu einen pfarherren zu wenigk geordnet, erkent // das der schorly felten in der schule für in erbeten. //

 

15. Aprilis. //

Samstags den 15 Aprellens, ist der fürschlag, so hievor gemacht // für unser gnädig herren kommen, und sind zum frowen // münster in das collegium dise nach genampsten us 16 angnom. //

Johannes Christoffel Ulmer. // Johannes Jacobus Widerker. // Jacobus Kamblij. Felix Dännicker // Petrus Säng // Barthlome Binder. // Hans Rudolff Kuchimeister. //

 

19 Aprilis. //

Als Meister Heinrich Bullinger mir bevolhen, das ich solte Jacobum // Hüßlij, und Heinrichum Fabritium, in artibus et Linguis lassen exami=// nieren, han ich uff den 19. Aprellens mine herren lassen be=// ruffen und erstlichs hatt sij M. Hans Frieß im Salustio und // Graeco Testamento behört, volgens Herr Ludwig Lavater in Dialecticis und Rhetoricis. Da dan sij beid zimlich wol // bestande, besonder der Hußlij in Dialecticis. Hiemitt warend // die beid vorgenampten herren, und Herr hans Jacob Wick, M. // Ulrich Zwonglij, M. Burkhart Leeman, und ich. //

 

22. Aprilis. //

Us bevelch der verordneten herren, hand H. Doctor Keller und // beid schulmeister unnd ich, uff zeichner die namen dero, so // in die predig morgens gen söllend, und iedem Concionalen // ein Catalogum überschickt, und ouch irem Superintendenti, dem // Abraham Hartman. und sind diß ire namen. Joh. // Jacob Fabritius. Othmanus Casper. // Conradus Grob. Joh. Haar. // Antonius. Lindiner Joh. Balthasar Widmer. // Joh. Prisacher. Aegidius Tagmodus. // Rodolphus á Sali Josias Petri // Joh. Zimberman. Joh. Meyer. //

 

[Text (B), 119bv]

 

23. Aprilis. //

Nach dem von unseren g. herren, die 7. wie obstadt angommen // in hoff hand sij ouch sollen dem Collegio presentiert und für // gstelt werden. Diewil dan ire Censur verhanden, han ich // herren Burgermeister von Cham, herren Seckelmeister Thomann // und herren Obman Köchlj als verordnet Schulherren, erbätten // das sij uff hut darum erschinind. Demnach han ich ouch der // knaben elteren, vögt, oder verwente beschiden, damitt sij auch die ordnungen hatind, und minen herren ire kind selbs über // gäbind, wie der bruch ist. Diß ist als der ordnung un // beschächen des glichen auch die Censur, irs Zuchtmeisters und // der knaben, und sind all wol bestonden. bijß an // dem man fürgehalten, wie er sich synes ingenij überhebe, und // die knaben vexiere, und schier als ein gangler sich halte // hiemitt warend D. Bullingerus, Joh. Wolphius, D. Cellarius // Lauaterus, Funckius. Beid schulmeister und Provisores. //

 

Als hieher hans Felix Mugler, von u. herren, umb synes Ver // haltens willen geurlaubet und man mehr ein Jar sich zu // heidelberg und anderschwo enthalten, vermeint er, habe nun // mehr lust, derhalben zu mir komen, und mich bätten // synen in der nachsten Convocation indenck zestijn, und in // sinem namen umb gnad zebotten. Das ich vor den vor // genampten, thun. Uff das ime bescheid worden // wol man nütt wuste wie er sich gehalten zu heidelberg // auch villicht kein. testimonium bracht, solle er von H. // Doctor Keller, herren Funcken und mir beschickt werden // und erkundigen des testimoniums halb. und dan witer // für die Verordneten bracht werden. //

 

26 Aprilis. //

Hielt ich ein convocation der Stipenidaten halb, welliche man an // stadt dero so abgangen, widerumb annemmen wolte. Und diewil // iij plätz ledig des Sengen, Ulmers und Komblyns, die zum // Frouwenmünster komen, hatt man geen Cimon hüßlij Joh // Bartlome Widmer, und hans Rodolff Lindouwer. Zu //

 

[Text (B), 119cr]

 

dißen hett man noch drij gaan, Georg Steiner, Martyr Trentiunus // Jacob Kumber, das also am gstift iro 40 erhalten werdend. // Dem Fronfasten sol. uff Pfingsten an gen. //

 

Witer ist an des Bruggers stipendium, ons Meningers platz // angnomen Joh. Krut. //

Item hatt Meister Heinrich Bullinger funden ein testimonium // des Muglers halb von D. Erasto, das waard do zemal // verläsen. Namlich //

Redit ad nos […] Felix Mugler, qui aliquamdiu hoc egit, non vestris stipen=// dijs, ut ante biduum primum intelleg. Gessis se hic honeste er bene. Uti // nam tam studia atque mihi possint probari, quam probati sunt mores. // Dicerem enim mediocrem posse videri. At ex quibusdam […], eum ut // negligentius aut infelicius studuisse. Ando eum nescire, ut veniam nescio // quorum peccatorum petat. Petivit a me testimonium aliquod actum apud nos // vitam: nihil addidit amplius. Si deinceps ita venet, ut hic vixit, non // sit indigenus nemia, sed studendum ei ent vereor amplius, priusque aptus // sit Ministerio. Posset fortasse usque esse in Schola. Miseret me istend // miserus adeo, ut me quaedam rogare ipsis mutuam preusciam possem. // (. sicut de huc dedi ad floremos novem me cum ignominia hinc abiret, non persolutis ipse, que ei credident. ) Jmmersi non eos me usque // mihi reddiderint //

Uff solichs ward erstenz diewil zebeßorgen so man in nütt // in etliche wäg wider begnadete das nütt etwas durch etlicher // fürpitt, unser g. herren, ime hiestind ein stipendium wide // schöpfen, das man im etwas hilff hette doch allein uff // versuchen gantz nütt angnon sonder so er uff den herpst // examiniert, wol bestundt und hierzwüschend sich sonst // auch wol holte, als den man synethalb witer wurde // zeradt werden. Diewil dan er us dem underen // Collegio, ward mir bevolhen mitt herren Obman Köchlinus // und synem bruder zereden. Wie er sich ghalten anfangs // destij halb man verner suchet in zebelmben demnach als er // zu mir kommen und der gnaden begart, auch im ich verheisten // gehaltner Censur zum Frowenmünster in bijn sijn herren // Obmans anzeigt uff das erkent wie obstadt. Als // nun sijn testimonium verläsen in nachster convocation habind // die verordneten

 

[Text (B), 119cv]

 

verordneten wier geradenschlagen Sirmal diß testimonium zum // teil etwas, Zum teil nütt sonders flyner geschicklitkeiten // halben anzeige, welle man demnach, zu versuchen in uns[…] // begnaden, das herr Obman, mit hilff und ahmdt mitt // herren der Rächenherren etwas ordnen zu einer stür // bijß uff den herpst, damitchin wie obstadt, er sich gebesse[…] // als dan man witer nach gstalt der sach handlen werde. // Man solle auch dem herren Obman für halten, wie er sich // im thurgöw umsäche umb ein pfarr, oder stand, und aber // gar unthugenlich, und hinder unseren herren //

 

19 Maij. //

Joh. Dusch Rhetus so etlich zijt hie gestudiert und […] // von den synen heimberufft, begart im synes thuns // und lassens ouch studierens ein besiglete Kundschafft zegä // diewil dan Meister Johans frieß der schulmeister mit // im kam im ouch ein gut Lob verleith, und für in bätt […] // han ich im uff nachvolgende form ein testimonium […]// lassen. //

 

Universis et singulis praesentes, literas lectuarum salutem p[…] // in Domino Cum Balthasar Donsch Rhetus ad patrios […]. // habent, a nobis, scholarcha veterisque scholae Tigurinae praesidit // ad te apud nos utae, nec non modum, studiorumque suorum stir[…] // nium sibi dari petijt. Sic quoniam haec ergo postulatio, non // honesta solum sed pia […] rü[…] nobis omnibus est uisa non p[…] // tuimus non illi hac in parte gratificati. Itaque quod iure possum // (quantum nobis quidem, de eique vita ac moribus, deque studijs, est cogi- // tum ) publico hoc scholae […] testimonio vere testamur, et // hisce adeodecim mentibus, quibus apud nos vuixit, in Sacrosant // Theologiae caeterisque literam ac artium sanctis, sic operam seduam // manasse, adeoque lectionibus publicis nostris, visitandis diligentem // extitisse, quin eo praeceptores suos usque adeo pie coluisse, ac […] // ribus optimis probitum fuisse, ut omnibus nobis fuerit charissimus // Et hanc quaedem eique pietatem, industriam, ac erga liberalia […] //

 

[Text (B), 119dr]

 

propensionem, ut nos complectimur, magnosque facimus, ita // Cupemus quoque eundem propter has ipsas animi et ingenij // dotes, omnibus iuris bonis ac doctis esse quam commendatissimus. // Datus et Scholarchae nostra sigillo obsignatae, Tiguri Helvetiorum, // 14 Cal. Junij. Anno 1570 //

Casparus Vuolphius. //

 

15 Julij. //

Als min herren vor malen Felix Muggler, uff besserung // und so er in künftigem examen zu herpst zijt, wol be=// stunde widerumb begnadet und im sijn stipendium wi=// der liesind volgen, ward darbij abgredt, das man // in beschicken solte, und ernstlich mitt im reden, ouch // im für halten, sijn ellend läben, so er byß har gfürt, // und das deß oder letzt gnad sijn wurde etc. das // ouch dises beschicke in by sin herren Obman // Köchlins sines vateren ist das selbig deß mal // beschähen, und ward im allerleij fürgehalten: uff // somlichs er sich embotten, zebeckeren, und zebesseren. // Es ward nach Meister Burckhart Leeman, by dem // er im disch bevolhen, gut acht uff in zehaben. //

 

Deß selben tags ward das examen gehalten, // in artibus et linguis, der beiden, so von wandlen heim // in wellichem sij zimlich bestanden besonder aber der // Notz. Es ward auch inen bevolhen, das sij sich uff // das examen Theologicum anstind, und andere kleider // machen liesind etc. //

 

 

[Text (B), 119dv]

 

19 Julij. //

werdid angnommen zu Collaboratoren in die under schul, in // die ander Lection Huldrichus Notz, und in die erst, hans // Felix Mugler. //

 

18 Augusti //

Als Jodocus Pontanus Bruxellensis etlich zijt alhie gestudiert // und aber ime zeschneer waß der kosten, dan er von den // synen von wägen der Religion nütt haben mecht // ist er bedacht sich in Frannkrijch, und angentz gen Lo // sannen zefugen, ob er kente etwan am Conditon kek[…] // derhalben mich angstucht umb ein testimonium, han // ich im das selbig verwilget, doch han ich vor hin herren // hans Faber by dem er dißmalen im tisch, sines // läbens halb gefraget und als er im ein gutes Zügnis // gäben, verhan ich im uff dise meinung das testimonium // gäben. //

S. Jodocus Pontanus Bruxellensis, honestus iuventus, litterarum ac artium, imprimisque Philosophiae […] studiosus, praestita egregius ac singulari apud nos aliquamdiu diligentia, cum in frequent[…] // tum in audientis lectionibus nostris et cum (rebus eius ita ferentibus // id sive suis, sive exteris quibuscumque comprobatum aperet, quod en // lumenti aliquid inde spesaret, aut landi fox duceret, nostro scholar // chae extremusque scholae Tigurinae praesidum, suffragio confirmare voluit. Quam rem eum merito ac prope iure a nobis efflage // tarit, denegandam haudquaque censuimus. Itaque quod vere possum // libenter quoque illi praestarum, […] testamur (quantum nobis quan// do eius uita, ac moribus, deque studiis est cognitum ) publico hoc […] // et nostrae testimonio, eum in lectionibus quod nostris, ita assiduli fuisse // ut eas non minori fructu (arbitramur) quanto diligentia […] // in ceteris vere harminis, plane industrijs optimisque officio // functum esse. Et hanc quod etiam cum in moribus atque vita […] // rationem, tum in studijs alijsque actionibus diligentium ac in […] // ut nos complectimur, magnique facimus: ita […]pimus quoque um // hac potissimus nomine, artibus vitis bonis ac doctis esse quam con // datissimam. Valete. Datum et Scholarchae nostri Caspari Vuolphi // Medici Sigillo obsignatus. Tiguri Helvetiorum 15 Cal. Sept. anno 15[…] //

 

 

[Text (B), 119er]

 

21 Augusti

Diß tags hielt ich ein Convocation, ob etliche ab der frombde // heim zeschicken warind, diewil herr Froschower iezund // bald gen Francfort riten wurde kente inen sij komlich // beschicken. etc. Hieby warend M Heinrich Bullinger, her // Ludwig Lavater, Herr Bropst Haller, Wickius, Johannes // Haler, Simlerus, D. Cellarius, et Stuckius. alßo ward berhadtschlaget wie volgt. //

 

Erstlich die wil Jacobus Fislerus, und Nicolaus wust, die // iezund zu Basel kein hilff hettind, sölte man sij dißmalen heimberuffen. //

Demnach als vormalen Joh. Jacob Frisius ofter malen // berufft, und doch nie erschinen, villicht das im die brieff // nütt worden, das auch er solte berufft werden. //

Item als sich Jacobi Hirsgarters muter der armut becklagt // und deshalben iren son gern wolte daheimen // wüssen, als der mitt minderen kosten, alhie studieren // könte. Dargägen anoch anzeigt ward, wie er erst // in kurzem gen Marpug komen und sich nun fürhin // sig rüst, deshalb der kosten schon uff ingangen das // er bijß uff Osteren wol möchte bliben, ist er // kent worden das man im schribe, und es im heim // seze, jezunder heim zezüchen oder byß uff // Osteren zewarten. //

Witer ward beradtschlaget, das die anderen, so auch // zu Marpurg, als der Schlatter, Nagel, Lindower, Zubler etc sijch soltend rüsten damitt sij uff künfftige // Ostermäß heimkomind, aber der gstalt das man // disen rhadtschlag, nütt inen sonder iren praeceptoribus // cennen sij commendiert werind zu schriben. Damitt // sij dardurch nütt liederlich werdind die dem // das selbig inen, zu glägner zijt, anzeigtind. //

 

[Text (B), 119ev]

 

Es ward ouch witer anzeigt, von herren Ludwigen Lavater // wie Sadrach Thoman, so iezunder zu heidelberg, so // der thüri, und anderer dingen erklagte, auch er erkund // et min herren hette, sij weltind im deß vergunnen, // und als auch gredt, das synen fründen dißes we[…] // gefiele, sind im min herren zewillen worden //

 

Item so han uf, us pitt herren Jesus Malers gschlaget zu Elgöw, fürbrucht, wie er on synen sun Barth[…] // ietz lange Jar großen kosten gewerrt, und letstlich // vor ein Jar gen Strasburg gethan, der dan er // in auch in großem kosten erhalten, derhalben im // kun müglich witer das best zethun, one hilff // bätet derhalben mir herren, weltind im ein hand // reichung thun wie auch anderen. bestendet diew // er ein gute Zügnus habe, synes flißes. Des // in min herren zewillen worden und in 25 // gl geschöpft habend //

 

5 Octobris. //

Johannes Ochßner der vorhin von u. g. h. zum Frouwen // münster ward angnommen und doch das selbig Stipendium ver[…] // wägen das er ein Kind bij einer gehept, verschütt und ganz // luth der satzung geurlaubt worden, ist zu mir komen und // anzeigt sijn erlittne byßhar armut, auch wie er gen // gen wude sich ander schwo zeversüchen, wo min herren im // des best thetind, doch lieber welte minen herren dienen // dan anderen, bette derhalben ich welte in namen synen // min herren umb gnad und verzihung bitten, ruft in // sichen syner armut, und das er von der bösen pred // so greßlich veranlaßet, auch das er sich byß har, wie er ver // te wol ghalten hette. Der halben ich uff hürt // min herren bescheiden, inen dißen handel fürtragen, v[…] // ist hieruff miner herren der Verordneten zur Lher diser

 

 

[Text (B), 119fr]

 

bescheid gsin, Namlich das sij min herren von wägen // ob erzelten ursachen (weliche gmeiniklich von allen Confir=// miert werden ) in gern weltind helffen, und je wider // umb begnaden, so war es an iren stunde. Diewil aber // miner g. h. satzung vermag, das die so zu der Eh // griffend, welliche doch gar nach gelassen, sollind das // Jar lang stillgestelt werden, vilmehr die, die // mitt hürij, so von gott verbotten, sich vergangen, soltind // gebust werden, ob stan in der satzung denen kein // gewüß zijl benambset werde. Derhalben wil // sij kein ghalt, sollind […] M Heinrich Bullinger // und ich, dises minem herren den schulherren vom Rhaten // als namlich herren Burgermeister von Cham, beiden herren // Seckelmeisteren für wägen, auch irs bescheids darüber er=// warten und gläben, als die die satzungen zmilteren. und // zeenderen wol gwalt habind damitt herr nach // ander unghorsam, sich dises bisteils nitt zerrisen habind. // Es ward auch geradtschlaget, uff unser g. h. besserung. // so er begnadet, das man in ein pargältlij lijfferte, und // in hiemitt gen Basel, Heidelberg oder gen Marpurg abfergete ein halb Jar lang, das ist, bijß uff künftigen // Johannis in Summer. //

Diß alles habend wir den 6. diß erstlich by herren Burger- // meister, demnach bij herren seckelmeister Chamm und // Escher usggsicht, welliche alle, ime gut willig verzigen, auch // in wider begnadet, in ansächen das er ein gut lob byßhar // ghept, auch ime dißer unfal, ehr und er von minen // herren angnommen, zu gefallen, und erst hernach usbrechen // und kunt werden. Derhalben gefalle minen herren // die meinung gantz wol das er von herren Obmann // etwas geltz und namlich xxx gl. empfahe, und // hiemitt angentz und in der stille, dise zijt wandle. // Als dises beschlossen, sind wir angentz zu herren Obman gangen und im den handel enteckt, ouch das // gelt gefordert, und empfangen, derhalben in also // nach vil so M. Heinrich mitt im geredt und ich, abge=// fertiget, das es inert acht tagen in aller stille sich // rüste, und den nechsten gen Marpurg zuhe, das studiere, // und nach verschiner zijt, mit guten Kuntschafften, heimkomme. //

 

7. Novemb. //

Als hievor ab der frombde berufft, und heimkomen warend. Jacobus Frisius // Nicolaus Wüst, und Jacobus Hirsgarter, ( dan Frisius nach nütt gehorsam // erschinen) han ich sij minen herren uff disen tag fürgestelt, da anz […] // gens nach altem bruch, wo sij byßhar gsin. was sij ghört, oder [….] schulden gemacht habind, auch die testimonien zeigtind. Und // sij das selbig der maßen than, das mit ein vernugen geheset, […] // sij hernuff zum examen artium und linguarum in kirchen zehal // vermant worden, auch das sij sich mitt kleideren und aldem […] // zu orden schicktind. //

 

16. Novemb. //

Schickt mir D. Hallerus ein Zädelij, in dem er anzeigt, das D. Bullinge // ro geviele, das morn 17 eidem, nach der Lection ein convocation // gehalten wurde, von wägen etlicher sachen, die die schule belangen // söltind, han ich den Pedellen, das in synem namen us zerichten // befälch gäben, guter hoffnung, er werde die sach, on mich, w[…] // konnen fürtragen: Diewil dan mir hievor nuzid dar von anz // han ich vermeint ich hörte villicht nütt darzu, bijn derhalben nütt // erschinen. //

 

6. Decemb. //

Han ich mine herren die Verordneten, zum examen beruffen lassen, und // sind behort worden in Linguis et artibus, der hirsgarter, Finßler, W[…] // und mitt inen auch der Muggler, wellicher angnommen hi // was mitt geding, das er uff den herpst wider solte examiniert werden. und sind dißer iij. gar übel bestanden,und hand schlächtlich geantwortet, allein der Wüst, der ist // zimlich wol bestanden. //

 

7. Decemb. //

Schickt ich denn drijen us dem underen stipendio, dem W[…]// müller, Nötzlij und Müsch, iedem x. gl. uff die fronfasten // zweid. dem D. Hospiniano zu, durch den Froschower. //

 

17 Januarij. 1571. //

Als hievor bevolhen was Meister Rudolphen Collinus dem Sch[]…] // meister in der underen schul, das er sölte glichs vhals, wie // in der Oberen schul, ein ordnung stellen, wie sich die knaben //

 

 

[Text (B), 119gr]

söltind, in und usserhalb der schul halten: ist das selbig durch // in beschächen, und von mir, uff diß malen, den verordneten // herren zebesseren, und zebestäten, fürbracht, und als // sij von inen aproprobiert, ward mir zu gäben, min hinder // h. hans wolff und herr Rudolff Funck, die selbig // in der schul vorzeläsen, welliches die volgend wuchen // auch beschächen. //

 

Item han ich minen herren anzeigt, wie der Provisor in // der underen schul, herr Felix Engelhart, hette deß // Josue Grebels son, uber die noturfft, und unzimlich // gestrafft, umb das er geschuweret hette: welliches synes // vater fürkommen der im getröwet und uff in gwartet // hette: derhalben ich verursachet, zu vermidung aller=// leij unschadt, und ungfall, so daruß möchte er wachsen, // zu ime dem Josue zegan, und in in friden zenemmen. // Wellicher mit den friden zugseit, mitt dem gedinge // das es üch minen herren fürweit, und anzeigt werden, // uff sömliche klag, ward her felix auch verhört, und // gen Kundtschafft ze hören, wie und welli=// cher gstalt, er den knaben gstrafft hette, und als // man nütt unzimlich befunden, ward mir bevolhen mitt // Josue zereden, das min herren, als sij der rhadt flißig // nach frag gehept, funden hettind, das nütt unzimlichs // gegen im gebrucht worden, und das herr provisor, thon // was im bevolhen sige. Es habe sich auch keiner, wie sijn // son so frächenlich wider setzt. Etc. Dem Provisor // aber und den anderen Collaboratoribus, ward fürgehalten // das sij sich dem gbür nach gegen den knaben im straffen haltind. //

Demnach so ward klagt, das in eim samstag, und sontag // in der abind bedig, die knaben uff dem gwelle, unzüchtig // werind, und aber das mehrteils, von den tütschen schule =// ren beschache, ward M. Heinrich Bullinger, und mir be=// volhen, mitt herren Burgermeister zereden, damitt das vor rhadt abgestelt wurde. //

 

[Text (B), 119gv]

 

26 Februarij. Anno 1571. //

Herr hans Zing, der knaben zuchtmeister zum Frowenmünster // begärt von den verordneten herren, ein erlauptnuß, von wägen // sijnes lybs presens, einer badenfart, die im von gemälten he // ren vergunt, doch solle er an sijn stadt stellen herren Hans // Jacob Friesen, der erst heimkomen, die knaben in zucht // zehalten: und sollind herr hans wolff, und herr Ru // dolff Funck, underwylen auch selb zusächen. Es s[…] // auch vorhin d. Zinggius von herren Obman erlauptnis […] //

 

Demnach ward minen herren praesentiert und fürgstellt // Hans Jacob Frieß, wellicher erst heim kommen: und […] // er anzeigt wo er gsijn, und was er gstudiert etc, durch ein // subere und hüpsche orationem die er latin hielt: han // min herren ein groß wolgfallen daran gehept, und // geheißen gerust sijn, in kurzem das examen zebestan. //

 

Item wie es im vordrigen Jar abgeredt, das die iungen, so // zu Marpurg studiertend, soltend uff kunftige Osteren heim // berufft werden, als namlich Joh. Zubler, Osvaldus Renner // Joh. Schlatter, Jod. Nagel, Jod. Lindower, ist iro […]// das selbig bestätt worden. und mitt inen der körner // so zu weittenberg studiert, desglichen auch der Joh. O[…] // sner, nach volstreckung der zijt, so im uffgelegt, auch // heim kommen. //

 

Es ist auch abgeredt, das Joh. Werdmuller, und Marcus No […] // irer gar gehert werdind, und angentz gen Marpug zü[…]//

 

witer so sind verordnet vom Oberen gestifft 4. an die frömbde // zeschicke, so sij das examen bestend, namlich der Stutz, Emi[…] // Foster, und dutaler, vom underen gstifft, mitt willen he // obmans köchlijns. Conradus Pellicanus, und dn. Pan. Diß sol // behört werden, und so iro einer übel bestundt, hinder sich ge // stelt, und an syn stadt, ein anderer substituiert. Soll // auch gen Marpurg ab gefertiget werden. //

Item Helias Fischer, der sich verhüretet, wider der schul ord // nung, sol geurlaubet werden, und das er sich anderschwo // versächen nun füro hin gewißen werden. //

 

 

[Text (B), 119hr]

 

1. Martij. 1571. //

Uff hütt itzo, han ich min herren berüffen lassen Zum Examen // Johannis Jacobi Frisij. Und hatt in Herr Wilhelm Stuckij // behört in Dialecticis et Rhetoricis Herr Doctor Keller // in Physicis und Meister Burckhart Leeman in Lingua Hebraea. In wellichen allen er gantz sitticklich, und wol // geantwortet hatt, also das man sijnen fliß wol und gnug // sam hatt spüren konnen. Derhalben min herren ein wol=// gfallen gehept, und von Moncklichem gelept worden. //

 

Es sind auch, nach des Frisij examen, behört worden die // vj. so amg die frombde gewordnet. und hett sij erstlich // behört D. Stuckius in Rhetoricis. M. Leemanus in Hebraicis. // D. Cellarius in Physicis. D. Collinus in Graecis. D. Simlerus // in Theologia. In wellichen Emisegger, Stutz, und der // Pan. den prijß behalten, der Foster, und Pellican, Zim=// lich bestanden. Der Dutaler aber gar unnütz gsijn. // Derhalben man in usgnaden, von wägen synes alters, nütt // reiciert hatt. Und sind die drij ersten gen witten=// berg geordnet: Der Foster gen Basel, der Pellican und Dutaler gen Bern. //

 

Item so ward bevolhen, das Hans Jacob Frieß, diewil // er stel, des herr Zinggij statthalter sijn, die wil er // zu baden. Dem Collegio presentiert worden: und ward // herr hans Wolff, und herr Rudolph Funck und mir, in // zepresentieren, zu gäben. Das ist nach des selben // tags beschächen. //

 

19. Martij. //

Caspar Suter der byßhar vier iar lang das muß gehept, kumpt zu // mir, zeigt an wie er willens were gen Parijß zewisen, were der=// halbenn mich, mit eim testimonio behulffen zesijn. Das ich im zu // gsag und uff volgende wyß werden lassen. //

Casparus Suter Rhetus, honestus vivenis, literarumque ornans, perstita egregia //

 

[Text (B), 119hv]

 

ac singulari diligentia omnis quatuor, quibus apud nos vixit, cum (rebus et // in ferentibus ) alias et scholas terrasque nivifere potuisset, à nobis uitae […] suumque testimonium sibi dari petijt. Quod ipsum cum moribus ac prope s[…] // vix a nobis efflagitarit, domogandum haudquaque confuiturque. Igitur qu[…] nore possumus, libenter illi possumus, plurique testamur, (quantum per prolep[…] // res sous, nobis de eius vita ac moribus est cognitum ) publico hoc schol[…] // nostrae testimonio eum in lecitonibus quidem ita assidum fuisse, ut ea […] non minori fructu (arbitramur) quavis diligentia audiveriti in reliqu[…] // vero vivendi res moderatur. Quam eique cum in moribus atque vita moderationem, tum intro in studijs diligentiam, ut nos complestimus // magnisque facimus, ita cupimus quoque eundem his potissimus elis causis, // omnibus viris bonis et doctis esse quam commendatissimus. Val[…] // Datus et Scholarchae nostri Caspari Vuolphij Medici sigillo alsignatus // 14 Calend. April. anno 1571. Tiguri Helvetiorum. //

 

22 Martij. //

Als ich min herren berufft, von wägen das man ein fürschlag // thete zum frouwen münster, an statt, der zweijen, so gen wan // dlen, und an der fischers stadt, der geurlaubet, sind dise // nageschriben siben, minen herren fürgschlagen worden.

Hans Rudolff hug.                    Antonij Lindiner. //

Theodorus Rütener.                  Thomas Wijß//

Mathias Keller,              Hans Heinrich Har. //

Johan. Hyler. //

 

Dem nach zog ich an, wie die Lectur Novi testamenti, durch abgeredt // Meister Ulrich Zwyngly säligen, ledig worden, der halben zechen // schlagen, ob man ongentz ein anderen darzu verordnen, und etwas // welte, oder aber, verzüchen byß uff kunftige Censura, // by wellicher min gnedige herren die Obersten schulherren auch ß[…] // wurdind. Ward hieruff beschlossen, das man angentz eim // erwellen solte, damitt er sich auch dar uff rüsten könte, un[…]// grad nach dem Examen und Censura anfienge zeläsen // das die knaben dest weniger versumpt wurdind deshal // ward zu diser Lectur erwellet herr heinrich Bullinger der // Jung, hälffer zu Sant Peter. //

 

Glicher gstalt, ward erwelt herr hans Jacob Frieß, das er den // herren dienen, solte, wie D. Stuckius byßhar, in Dialecticis et // Rhetoricis behulfen sijn. und solte man am unser herren langen // lassen, in der Censur, was man im zur Lectur bestimpte für ein […] //

 

[Text (B), 120r]

 

24 Martij //

Us dem fürschlag zum Frawenmünster, so unseren Herren am Sambstag // darnach fürbracht, hand min herren an die ledigen blätz in das // Collegium zum frouwenmünster, angenommen. // Hans Rudolff hug. // Antonis Lindiner. // Theodor Rütener. //

 

23 Aprilis. //

Uff disen 23. tag, 24. und 25. tag deß Monats, hett ich gehalten die // examina in beiden Schulen, und in Lectorio. das dem sij zimlich wol. // bestanden. //

 

26. Aprilis.

Hielt ich die general Censur der Stipendiaten und dero am Almußen // und ward erstlich für bracht, wie Joh. Rosenkrantz, Hans Cunrat // Aberlij, und Georgius Steiner, nach dem sij im wellenberg von // unseren herren erkent und gelegt worden, von eins fräfels wägen // gegen einen handwerchs gsellen, soltind in thurn gmalet haben // üppige priapos etc derhalben man an inen glosten ob sij schuldig // werind, und als sij dozemalen nütt verhanden est dise sach // dißmal uffzogen, und in nechster convocation wider anzebringen. //

Item als heinrich Anderes als unflißig, untugendtlich zu der lheer // desglichen fräfen, und fräch ancklagt worden, und im examine übel // bstanden, ward mir bevolhen, mitt synem vogt Meister hans Bertschinger // zereden, wie obstadt, deshalb er in in ander wäg versuche, vermanet, // han ich das selbig than, darumb er mir gedanckt des früntlichen // warnung. wele auch mitt herren Alexander Bierbruger, uff beldist // reden wie der sach zethun sige. //

Witer ward klagt wie einer in der Oberen schul kunrat Last genampt, tardi // ingenij were, und darnäbend gar unflißig, uff somlich dem schul // meister und provisor bevolhen in zebschicken, und zestraffen. //

Item so ward klagt, wie die knaben nach den […] in krützgang // stundind, den fürgänden luthen den weg uff hieltind, derhalben dem Pedellen bevolhen daruff acht zehaben, und sij ire straaß // zegan, manete. //

Es ward auch allen gmeincklich allerley fürgehalten, des sij sich // soltind margen, und dargägen flijßen. //

Item als Bernhardus Pellicanus sich im examine wolghalten, und doch // von wägen siner Jugendt, in der schul behalten, ward geredt wie // etwas unwillens von M. hans Friesen gspürt wurde, wers derhalben // sines Muterlins begär, in auch zefürderen ad publicas, musse darumb // nütt dest ehr gen wandlen gschickt werden, darin man in gwelfaret. //

 

[Text (B), 120v]

 

End Actorum im 1570. Jars //

 

[Text (B), 1221r: blank]

[Text (B), 121v]

 

1571. //

Professores ordinarij Publicarum lectionum huius Anni. //

Herr Josias Simler //

[Simler, Stuckij] Professores veteris Testamenti. //

Herr Wilhelm Stuckius. //

Herr Heinrich Bullinger Professor Noui Testamenti //

Herr Hans Jacob Amman, professor Rhetoricas, et Oratoribus facultatis //

Herr Hans Jacob Fries professor Dialectices. //

Doctor Caspar Wolff Professor Physices. //

Herr Felix Trüb Professor Linguae Hebraeae. // Herr Rodolphus Collinus senior professor linguae Graecae. //

M. Hans Fries //

[Fries, Collinus] Ludimoderatores. //

M. Rodolff Collinus //

Herr Jacob Ulrich //

[Ulrich, Engelhart] Provisores. //

Herr Felix Engelhart //

M. Rodolph Wirt //

[ Wirt, Hartman] Collaboratores tertius Classis. etc. //

Herr Abraham Hartman //

 

 

Lectionum publicarum auditores. //

Heinrich Frieß.                         Joh. Jacobus Murer. //

Joh. Huser.                                Georgius Sultzer. //

Joh. Conradus Buman.   Bartholomaeus Bachman. //

Joh. Jacobus Frij                        Helias Fischer. //

Adrianus Frisius                        Conradus Huser. //

Matthias Keller                          Joh. Ceto. //

Lucius Nier                              Jacobus Rordorff //

Georgius Steiner                       Leonhardus Pellican. //

Joh. Jacob. Fabritius                   Joh. Schädler //

Joh. Heinrich. Swyzer.               Martyr Terentianus. //

Otmarus Caspar.                        Joh. Rodolphus Goldschmid. //

 

[Text (B), 122r]

 

Anno Domini 1571. //

3. Maij. //

Censura generalis professorum publicarum lectionum=// et praeceptorum Scholis praefectorum: //

Als min herr Burgermeister von Chaam, mitt red kurtz hievor ab=// gengen, han ich erbeten herren Johans Brämen Burgermeister und Junckherren hans Lux Äscher, mitt sampt erren heinrich Thoman // beider Seckelmeisteren als Obersten Schulherren, uff hüttigen tag // zum Frouwenmünster zeerschinen, und die Censura zehalten ist // das selbig, gutwillig von inen erstattet, und die Censura nach // altem bruch gehalten, da dan unser gnädige herren von iedem // ein gut verendigen gehept. Allein ward anzeigt beiden schul=// meisteren, das sij ernsthafft weltind daran sijn, das sich die knaben // übtind im latijin schriben und reden: auch lertind ein gute geschrifft // machen. //

 

Item ward mir von unseren gnedigen herren, das schulheren // ampt, wie dan die ordnung vermag, widerumb uffgelegt. //

Censura Collegij inferioris. //

Uff den selben tag, unsere Herren dest minder zebemügen ward // grad gehalten, die Censur Paedagogi des underen Collegij, und // der knaben. Item unseren herren presentiert die drij iung, so // lestlich von u. h. angnommen. und als des Theodori // Rüteners vatter, als der zu Mänendorff fürhafft, von kürze der // Zijt mitt macht erschinen, ward erkent, das M. Rodolff Collinus // in bescheiden, im Die Leges vorgeläsen werdind, und als dan mitt // dem schulherren, herren Burgermeister praesentiert wurde. etc.

Sonst hett man ein zimlich vernügen ab allen gehept. //

 

7 Maij. //

Hatt ich ein Convocation. widerumb an das Ober Stipendium etlich inze=// stellen und anzenemmen. Und wurdend dise v. gmeincklich // benampset und bestätten //

Huldrichus Zwinglius //

Huldrichus Stoltz //

Joh. Jacob. Koler. //

Adrianus Frisius. //

Vuilhelmus Möslij. //

 

[Text (B), 122v]

 

Item diewil Joh. Jacobus Hoffman gar arm und der vatter arm und // doch etlich sich begienge, sinem son ein hilff zethun underthenig […] // ward im erkent iij. lib. us dem studenten ampt zegäben an büche[…] //

Otmar Caspar desglichen arm, und man gern das stipendium // gäbe, wo er nütt ussethalb miner herren geleit geboren we[…] // namlich van Stärkboren, darübent aber vil Landskind deste // ouch bedörfftind, hatt man in uff dis malen mitt acht gulden // halb us dem Studenden ampt, und halb us dem almusen // oder herr Bruggers ampt zegäben, verehrt. //

Item Joh. Heinrichus Rhatt, so byß har one hilff gestudiert, und aler // zimlich zugnom, der vatter auch arm und zu zollicken gesässe // der knab auch alwäg, in alle Lectiones müsen so witt gan, ha // min herren in, an des Antoni Lindiners stadt, an das almusen // gfürdert //

 

Hans Balthasar Widmer hatt byßhar. x gl. vom gstifft. und vom // almusen das muß und zwen schilling gehept. Diewil dan // nach Verschinem iar, die Stipendiaten gesteigert, hatt man in // lassen saagen, ob er welle wie byßhar bliben oder vom gstifft allein x.v. gl zum stipendio empfahen. Das sonst nütt // brüchlich, das er beide lenger haben möge, so mans im am // gstifft besserte. Daruff er geantwortet welle lieber, wie // byßhar beliben, dan mitt xv. gl. er sich nütt wüste zehal[…] //

 

12. Maij. //

Hielt ich ein Convocation, erstlich von wägen der dryen so im wellen […] // gelägen, und soltend priapos gemalt haben, wie obstadt. hatt man inen // sollichs fürgehalten, des si doch nütt gichtig und ansed syn wolen, u […]// aber in iren reden gantz unglich, als da der ein seitt, sij habind ke[…] // beiden gehept, der ander aber es sige eine da gsijn, mitt wellicher […] // gschriben, Nox, amor, et uimm, nihil moderabile suadent. Item der ein // stij habind kein win ghept, der ander, sij habind ghept Item suns // in thurn gsungen etc Hatt man inen ernslich gesagt, und sij // ires lügens gestrafft, bij wellichem man wol konnen spüren das // an disem auch schuld trägind, der halben min herren dise sach nit // wellind uffgehept han, sonder so si der warheit bericht, werdint // wij vil dester zücher darumb gstrafft werden. //

Item sind min herren für gstelt worden, die ob der frombde heim […] // kerner, schlatter, Lindouwer, Ochsner, hatt man ira testimonia gläß // und anders von inen ghört, hand min herren sij gheißen in 4 wu[…] // zum Examen grüst sijn. die kleidung enderind, die schulden zalind //

 

 

[Text (B), 123r]

 

In der Stipendiaten Censur, sind nütt erschinen iro ob 25. die man // hatt gheißen uffschriben, und her nach beschicken, und hören was // ursachen sij unghorsam gsijn, han ich sij alle beschicken und als // ir etlich zu iren elteren gangen so kranck gßijn, etlich sonst zu // den iro glessen mitt erlaupnis deß schulmeisters Collini, und // etlich von im usgeschickt, hutt man empfolhen den knaben ze=// sagen, das sij ein andermal alle geschäfft ligen lassend, und // so man sij, oder wohin man sij berufft, erschinind und so sij // mitt kemend, von Schulherren urlob nemind, und nütt von // iren praeceptoribus. //

Es ward auch anzeigt wie M. Rudolff Collinus etlich hette hin weg // geschickt, und das selbig aber in der Censur, nüt anzeigt, : ward // hieruff gerhadten, das ich M. Rudolffen solte anzeigen, des minen // herren diß übel gefiele, und nütt wol von im vergut hettind, des // er den knaben dises orts erlaubte, hin und wider zezüchen, diewil // es ein gmeine sach syge, er desij auch kein gwalt habe, beson=// der min herren nüt berichte, oder anzeige warumb dise oder // iene mitt ghorsam werind. //

Item ward guter meinung von Meister Burckhart Leeman, als superinten // denten der knaben dies almusen nemmend, wie der Obman am almusen, so dick der knaben einer nütt anheimsch, oder badet us // und mitt erlauptnus des schulherren oder sonst, unwillig sige, den // selben zevolgen lassen, das beer oder andres so sonst innerem hörte // uff somlichs ist angsächen, das Meister Burckhart Leeman und der // Schulherr Zum herren Obman keren sollend, im früntlich anzeigen // wie das, so er sich, villicht us ursachen wider, ein alter Bruch //sige, und s vor mehr brucht, auch unbillich sige, das mans // die lasse entgelten, die us gwüssen und notwendigen ursachen // abwäsend werind, Es wärind ouch min herren verordneten zur // Lherr nütt gsinnet, iemanndes one ursach desfhals bizestin: // sonder so sy es one irer erlauptnus diß oder das thetind, ward // man sich iro nütt annemmen. Damitt aber // er, der Obman auch wüßte, weß er sich hierin halten solte, // auch kein gfar hierüben brucht wurde, were angesächen, das // hinfüro ieder, so emeintwäders b […] der, oder sonst hinweg // gschickt wurde, solte ein geschrifft von M. Burckhart Leeman // als Superintendenten der elemosinen, oder von ein anderen // der ir zunn Zyten syn wirt, bringen schin siner // habenden gschäfften, dem herren Obman Zezeigen. Guter // hoffnung ein Obman wurd sich des selbigen lassen sichingen. // Ob aber sach were das der Obman nachmalen mitt gefaßter // meinung für fure, als dan das selbig am M. H. pfläger bracht wurde. //

 

 

[Text (B), 123v]

 

5 Junij. //

 

Als verschiner tagen von dem Dutaler so zu Bern studiert mir gesch[…] // wie herr hans haller sij allein uff ein halb Jar bij sich halten // konte, pate derhalben min herren, weltind inen beiden vergunn[…] nach veschinung des halben Jars, gen heidelberg zezüchen. Well […] ich erstlich sinem vater den Dutaler anzeigt, der unwillig witere // kosten mitt im zehaben, welte ouch lieber das er mehr zu bern bl[…] // Somlichs alles, nach dem ich es minen herren anzeigt, ward hier // beschlossen, das man dem Dutaler schriben solte, das er sich witer // zu Bern solte behälffen, und so vor er nütt lenger bij herren // Johansen haller blatz hette, das er sich in das Collegium an […] // verdingte, damit er dester baß in hut ghalten wurde. //

 

Witer des Pellicanen halb ward abgeredt, das diewil herr // Josias Simler, wie dan im vermalen bevolhen, von heidel // berg des Stipendium halbs, darin man in zebringen, etlicher // gwüsser ursachen halb, verhoffte, bericht empfangen hette, d // villicht dem knaben dahin mochte gehulffen werden, so vher // sich vorhin ein wil da selbs enthielte. Ist abgeredt, das man // im schriben solte, er sich angentz rüste gen Basel zezühen, und // alda sines veteren Bat Lichtenstein warte, der im mitt gelt // und gferten behulfen sijn kente. und dan also gen heidelberg züche etc. //

Item es ward auch anzegen, wie die knaben im Collegio, one // ordnung in die brechünen zugind, einer hütt der ander // morn, daran die burger ein myßvalhen hettind, vor uß die // wil sij in eine huß, mörgtind sij wol mitt ein anderen züch[…] // ward erkent, das ich mitt herren hans zinggen dem Zucht // meister redte, das er sij alle morgen, in einer procession in // die kilchen furen sölte, und er mitt inen gienge, so er […] // hette, wo nütt, das er sich darzu nütt destweniger het […] // in einer ordnung zezüchen, welliches er wol zefriden. //

 

11 Junij. //

Wie vor malen, als man die 4. so von wandlen heim beschickt, […] minen herren dem Collegio praesentiert werendt, angsächt v […] // abgeredt, das sij sinethalb 4 wuchen, soltend in artibus et linguis exa // miniert werden, ist das selbig uff disen tag beschächen u[…] // sind zimlich bestanden. //

 

[Text (B), 124r]

 

30. Junij. //

Han ich minen herren anzeigt, was unfhut, unzucht, und mutwillen // Thomas Dutaler zu Bern angefangen, auch herren Johans haller // sine zorgsamen brieff uffgehept und die selbigen misbrucht hebe // alles nach luth herren Johans hallers schriben. Ist hieruff erkent // das diwil herr haller, und Benedictus Aretius für in schribend, und // büttend im diß malen zescheiden, ist in ansaechen dersälben, das bester // das mecht worden. Also das man den schulherren zu Bern // schribe, sij bätte, in in das Collegium zenemmen, in in Zucht und // meisterschafft haltind, so sehr, sij die thadt also ruhmend, das // an under anderen iren knaben zehalten syge. Wo mitt // das sij in angentz heten schikind und so er in das Colle // gium gnommen, so sij etwas witers van im sachind oder hettind, // als dan den nechsten uns heimschickind. //

 

Item ist erkent, umb nutz und übung willen der knaben, das // herrn wilhelm stucki, als der byßhar den knaben in dia=// lecticis gläsen, sij dise huntztag, mit disputieren üben solle // alle tag ein stund, und damitt das selbig dest kumlicher // beschäche, sol er inen Ciceronis Paradoxa vor lhäsen, und derust // theses und hypotheses gäben. //

Item so solle M Joh. Jacobus Frisius dise Zijt iren De propositio=// nibus und syllogismis uff das allerkürzest, zeverstan gäben. // Item das sij im alle wuchen, ein experiment, oder zwey machind, // über die propositiones oder theses, so er inen gäben widt. //

 

13 August. //

Han ich min herren berufft, ein frag zehalten, der stipendiaten // halb, ob inen gfallen welte, etliche an die frombde zeschicken, oder // etliche ab der frombde heim zebruffen, oder sonst zeenderen. // Erst lich diewil werdmüller, Notzlij so zu Marpurg, Renner zu // heidelberg, von den iren kein sondere hilff hand, und die iro // begärend, das sij heimkomind, ist man inen zewillen worden. //

Demnach so ist hochholzer byßhar zu heidelberg gsyn, und im ietz // uff sines vatters begär, gen wittenberg zezüchen erlaupt. //

Witter Meister Ulrich Zwinglius seligen son, auch zu heidelberg, sol // mitt herren rudolff gwalthers son, (diewil er den iren gfalt und // darumb gebütten hand, ) in Engeland züchen. //

 

[Text (B), 124v]

 

Johannes Wüsch, ist byßhar zu Basel gsyn, dem hett mans frij ge // lassen, zu Basel zubliben, oder gen Marpurg zezüchen, oder wit // heim. //

Vom Conrado Pellicano schribt dominus Erastus, das er in das Stipend // nütt kommen mege, so aber es minen herren gfallen möcht // welte er in umb ein zimlichs zu im nemmen, und in wie ein famulus // bruchen, doch das er nütt dest weniger wol möchte studieren. V[…] // lassend inen min herren gfallen, sol man in auch dancken. //

Thomas Dutaler, zu Bern, hatt sich der maßen ghalten, das her // haller in nütt witer haben kan, und auch nutt mag in das // Collegium kommen, wie es min herren begärtend. Derhalben schickt // sij in gen Losannen. Und diewil ich daselb kein kundtschafft // hat ich domino Aretio gschriben, und gebätten er welle in eim // der glerten, uff das best in minem nammen Commendieren. //

Witer ward erkent, das Johannes Jacobus Murer, diewil verschiner // Osteren er daruff ze mäst, an die frömbde geschiken wurde, und […] // lich gen wittenberg. //

Und als Herr Collinus von wägen des herren Fabricij, sines […] man säligen son, gebätten, ime auch ze erlauben ward im das // abgeschlagen, us ursachen, das es ein unordnung gäbe, die wil nach // vil elter werind, Item das er erst sidher der osteren publicus // sige, und deshalb vil baß für in nach meer hie zustudieren. //

 

Demnach zeigt Meister burkhart Leemann an, wie etlich am almusen // sich übel hieltind, nütt zum bätt komind, ein anderen schlugind // das dan den Obman unwillig machte, ward bevolhen, das Meister // Burkhart und ich soltind sij in der schul strichen lassen, und // dem Obman anzeigen, das weliche nütt Zum bütt kemmind, das […] den selben nütt gäbe, so sij kein rächte ursach hettind. wellich // aber so mutwillig, das anzeigen, oder urlauben. Es soltind // auch beid schulmeister daruff ufsächer machen. //

Herr Haller zeigt an, wie er by sich heige x gl. vom fründly sag // den armen uszeteilen, verordnet, was minen herren hierin gfi[…] // ward erkent, das Meister Burckhart Leeman, die sälben // nach usdeilte, doch das Otmar Caspar auch ein guldy oder // mehr darvon wende. //

 

[Text (B), 125r]

 

20 Augusti. //

Als Meister hans frieß und sijn bruder hans Jacob, sich erklagtendt // das sij in nechts gehaltner Convocationus, mit sich nüt versächen, das // man handlen wurde, der knaben halb an die frombde zeschicken, sonst // hettend sij, ires bruders + [+ in margin:] heimziehen so im collegio zu dem frowmunster [end of margin] halb, min herren auch angredt, und si an die frömbde zeschicken gebütten. Wärind derhalben by Meister hein=// richen gsin, und herren Obman, die zum teil willig werind etc. // sind sij beid hernach an mich gradten, da sinen ir fürtrag for minen // herren zethun in gemeiner Convocation vergundt werde, ge=// lägen, und als ich inen anzeigt, was min herren dß=// malen gsinet, keinen namlich witer hin weg zeschicken. han // ich doch uff ir anhalten, nütt kennen fürkommen, den das ich min // herren hüt diß tags, der ursach zesammen beüfft. Uff somlichs // ist erkent, das diewil min gnädig herren am underen gstifft // diß malen 32. erhaltind, were zebesorgen, das sij, so man sij // witer welte stigenen, unwillig wurdind. demnach so werind // auch andere am oberen und und underen gstifft, die glich // fhals alt, und umb so vil gstudiert, das sij des wandlens auch // groß werind. Der halben er uff diß mal auch harren // und einer anderen zijt warten solte. //

 

16. Octobris. //

Uff dißen 16 tag, sind die verordneten zur lher durch mich ze=// samen berufft worden, allerlei zerhatschlagen, wie volgt. //

Erstlich sind minen herren für gstelt worden, die vier, so von // Marpurg und heidelberg heim beschick worden. Namlich Marcus // Notzlij. Osualdus Renner. Jodocus Nagel, und Johannes werdmüller. // und als sij anzeigt, wo sij, und waß sij gstudiert habind, und was // sij schuldig bliben: hand min herren zimlich gefallen daran // gehept, besonder ab dem guten testimonio, so Osualdo Renner // Doctor Erastus geben hatt: Darwider inen mißfallen das // werdmüllers bescheid umb die Griechisch Lection zu Basel. Da // er nütt wust, ob er […], oder orationes, prosa oder ligata oratio // ne geschriben, darumb er auch gestrafft und geschulten worden. // sonst hatt man inen allen anzeigt, die kleider zeenderen, das haar wachsen lassen, und sich zum examen artium inert 14. tagen // rustind. auch sächind das ire schulden abzalt wurdind, das sij auch mitt mehr erenbietung mitt iren Mecoenatibus rettind, das diß mal beschächt //

 

[Text (B), 125v]

 

Item us anzeigung M. Rudolff Collini, des schulmeisters in der underen // schul, wie Tagnio des, einer ex eleemosinarijs extraordinarijs et peregri=// nis, nun mehr ein halb Jar von der schul, und erzweifel nütt mee // harkommen wurde: das man ein anderen am sijn stadt in stellen // welte, und namlich were einer mitt namen Mathias Sultzberger // der allein das muß, doch die 2. fl. nütt hette: ob minen herren // gfallen möchte in an dieß anderen statt zeordnet, ward erkent // das herr Funck, und der schulmeister sachind ob er sij wert, oder // ein anderer were der sij notdurfftiger das der solle angnemmen // wurde //

Item es ward auch ghandlet, von Jonas Dickbuchers wägen, der vor ein // halben Jar gen Wittenberg zogen, daselb zestudieren, in sijnem kosten // uff dise wijß. Jonas Dickbucher als er ein Zijt alhie gstudiert üb // sich selbs, und mehr malen begärt das er auch in das stipendium // wurde angnommen: hatt das selbig im nie mogen vervolgen. Derhal // er gedacht sich an die frombt zethun, und sijn heil ze suchen // Also ist er gen wittenberg kommen. und alda die universitet // vermögen, das sij publico scripto, an min herren die glerten geschri // ben, und für in gebätten habend. Es hatt auch er der Dick=// bucher minen herren besonder geschriben das sij in wellind mitt // irem stipendio versüchen, und bewachten. Diewil dan der Universität schriben gantz früntlich, und wäßenlich, auch ansichtig, habid // nütt wöllen underlassen, das selbig hirhar auch in ter acta // scholae zestellen. und luthet der brieff von wort zewort also //

 

Reverendis et clarissimis viris, pietate, eruditione, uirtute ac // dignitate praestantibus, D. Heinricho Bullingero, et religs Ecclesia // Tigurinae Doctoribus atque ministris, sacraeque Theologicae professoribus: ac // D. Caspari Vuolphio artis Medicus doctori et scholarcha eximio // Dominis et amicis ac fratribus nostris anno observantia calendis. //

Salutem in Christo. Reverendi, clarissimi, et doctissimi viri. Cum iustitio et fortitudi // nis fama in […] Heluetiorum civitatis clarae semper furent, tum vero pietatis, docti // nus disciplinae et beneficentio laude ita celebrarum, ut quos hodie illis conferamus // parvae sint, […] anteferemus nullus. De Tigurina autem Repub. quoties cogitamus // non modo ornamenta esta politica suspicimus et admiramur, quae per magni // deius rebus humanis afferunt, sed intuemur Ecclesiam filij DEI, quae cum illustri // apud nos hospitium, Christo fauente, nacta sit, longe lateque conspicitur, et uen[…] // atque immortalem gloriam in clytus genti ac Reipub. nostrae conciliat. Itaque Tigurini //

 

[Text (B), 126r]

 

et favimus et gratularmur, cum ob uetusta laudatissimae gentis ornamenta tum // vero etiam ob clarissimam Euangelij lucem Dei beneficio isthic exortum, quam // ut diu fulgent, et uicinorum tenebras illustret, toto pectore Deum alternum pa=// trem Domini nostri JESV CHRISTI praecamur. Mirifico et Reverendi // clarissimi et doctissimi uiri delectamur fama et praedicatione insignis et eximia // cum bonitatis nostros, tum beneficentia erga pietatis et optimum artium atque // disciplinem Studiosos, quorum aliquot, ut audimus nostra liberalitate, nostrisque // stipendijs faventum ac aluntum. quod etsi ita splendidum non est, ut extra // nostra, nos tammen hoc Ecclesia filij Dei et civilibus Rerum publicarum orna=// mentis utilissimum iudicamus, nos et sapientia et authoritate et iudicij rectitu=// dine antecellentes viros nimitare et deligere benemorales adolescentes et ad // literarum studia aptos atque talentos, quibus subsidia necessaria subministratis, ut // sint aliquando, quibus quasi confecto curriculo lampada doctrinum coelestis, // et philosophicus velut accensam vadatis et commendatis. Quo in genere officij // etsi nobis propter tenuitatem nostram, et amplitudinem nostram paxos fortassis // esse non possumus, studio tamen benefaciendi omnibus ad uirtutem et literas // idoneis, pro nostra parte, nobiscum certare non desinemus. Hanc voluntatis // affectionem in nobis, si, ut arbitramur probaveritis. molestum nobis, ut perfi=// dimus, non erit, nos pro litteras a nobis petere, quae nostra nos officij ratio etc. // humanitas hortatur. Jonas Dickbucher Tigurinus, adolescens honestis // moribus praeditus, et discendi cupidus, a Reverendis et classimus patronis suis // summisse petit stipendi non aliquod, cuius spem sibi fastum a physisque nostrum, // narrat, ac ut hanc petitionem suam nostra commendatione, quantum possumus, // adiumentus summopere contendit. Etsi autem in eiusmodi re atque causa nostris // auditoribus non difficiles esse nos odiose repugnare solemus, tamen ne aut plus // exhiberemus molestius, aut indignum aliquem commendatione nostra nobis // obtruderemus, ante nos per movere, ut adolescentis petitioni libenter obsequeremur, // passi, non sumus, quam ea, qua par est, diligentia, in vitam, mors, et studia // ipsius ingreremus. Exploratione igitur facta, comperimus ingenium rectum, // esse at ad literas aptum, mores integros, et hominem perhastatem, quo et sine // sua solicitatione a nobis commendari, et sine nostra commendatione a nobis // in vari nerebatur. Quare non inviti hanc ei commendationem nostram // impertimur, ac ea, qua decet, observantia petimus a Reverendis et clariss. // humanitatibus nostris, ut adolescentis supra nominati studia iuvare ac pervehere // pro liberalitate se beneficentia vestra dignerim. Civis vester est, etc pauper, // sed industrique, et quem Ecclesia, ac rebus communibus apud nos […] aliquando // futurum omnino confidimus Nec vero pro excellenti Sapientia vestra // ignorare potestis bona quandaque ingenia, quonum iam maior est quam parentum // et auorum nostrorum atate raritas paupertate velut […], priusquam ad matu=// ritatis spem perveniant. Quod ne huic civi et clienti vestro accidat, // nos intercessione nostra, in prohibeatis, reverenter ac officiose petimus. // Quod si per minime vulgari, sed commemorabili humanitate vester eius // adolescentis rationem habueritis, et de patria vestra atque ecclesia, cui //

 

 

[Text (B), 126v]

 

ministrum fidelem etc peritum studetis educare, bene merebimini, et ipsum ado=// lescentem cuique nidoles bona, gratitudinem uobis pollicerus, maximo beneficio // vestro in perpetuum nobis detri[…]. In nobis vero bene volentiam et observan // tiam nostri, quae summa est, maiorem in modum augebite et confirmatio // Bene valete viri Reverendi clarissimi et doctissimi, cum omnibus quos Elmios ha // betis, et a nobis omnia officia etc studia verae ac sincerae amicitiae approbate // Datae Witebergae XXV. die mensis Augusti. Anno Christi M.D.LXXI. //

 

Excellen. uestrae studiosis. //

Rector Magistri et Doctores // Academiae Witebergensis. //

 

Nach verläßnem brieff ist diser sach halb ein umbfrag // gehalten, und als von allen und ieden diß brieffs inhalt als // christenlich, früntlich, und ansichtig geachtet: Desgliches das man // daruß, welliches willens, und gmutz sy gegen uns, und vor[…] // gegen den kilchen Christi, sigind, heiter abnemmen un // spüren mogen, Ist hieruff gerhadten worden, das man keins // wegs diß schriben usschlachen, verachten oder ring schatzen kennen, // sij auch, so sollichs mitt allen nüwen meinend, ungehret lassen // moge oder solle, sonder das man von irens schribens wägen // den Jonam annemmen solle, und an der verschiner fronfasten angen // solle: doch da selbig vil mehr von wägen der fürgeschrifft // dan von siner selbs person wägen Man solle auch der // universitet mitt hübschem schriben begägnen, inen Dancken des // willens etc. und zu dißem schriben ist M. Heinrich // Bullinger erbätten worden: Es ist auch mir befolhen, das // ich dem Jonas diß zu schriben, im auch anzeige, das er dißen // fürgschrifft gemessen, da sonst nach nüt dauß were worden // von wagen das er als selg der ziet hic nütt wollen erwar // ten und sonst hoffertig sijge. Item so solle ich, den // anderen stipendiaten, so zu witteberg diser Zijt studierend // schriben, das sij sich fromklich, flisig und züchtig // haltind gegen allen glerthen, sich wol haltind, und sij verehind // mitt ererbietung. Damitt sij kein unwillen machend, und // auch sonst kein unehr unser kilchen und dem ganzen // land ijnlegind. etc. Die antwort aber // so M. Heinrich Bullinger hieruff gestelt, wirt auch hiehar // verzeichnet, wie volgt. //

 

[Text (B), 127r]

 

Reverendis et charissimis viris pietate omnibusque // virtutibus praestantiss Domino Rectori Magistris et Docto=// ribus, inclytae Academiae Uuitebergenn. dominis honoren=// dis et fratribus nostris in Domino charissimis. //

 

S. Reverendi clarissimi doctissimique viri amici et fratres in domino honorandi et // charissimi, Tametsi hactenus non vulgariter furemus erga pietatem vestram // affecti, idquam ob eximia illa Domini Dei nostri dona, in nos liberaliter effusa=// quibus singulariter ornati atque instructi, non tam toti mundo innotuistis, quam // prae clarissima beneficia in omnium nationes studiosos vere relligionis et bonarum // artium, uberrimo cum fructu, pertulistis: sunnt […] tamen auctione vinenlo // amicitiae atque adeo et fraternitatis, nos pietati vestrae devinxistis, quando // Epistola ad nos missa, omni eruditione et humanitate refestissima, non // tantum omnia officia et studia verae et syncerae amicitia nobis benignissime // offertis, verum et causam civis nostri, hominis fortunae alioqu leminoris et // studiosi apud nos quam fidelissime agendam suscepistis, quam vestram humani- // tatem singularem certe admiramur, meritoque magni facimus, adeoque illa ipsa // quam suavissime oblectamur. Atque ideo per hac nostra in nos humanitate // fraternaque affectione, gratias quas possumus omnium maximas pieti uestrae // agimus Imprimis vero gratias agimus Domino Deo nostro, quo hunc animum // longe pijssimum nobis inspixavit, quo et nos fraterno amore complectissimi, // et nostris perlehße modis omnibus contenditis. O veramus autem dominum, ut doma // illa sua in nobis adaugeat, inquam hoc studio sancto confirmet: nobis quoque gratiam // suam concedat, quo pietati uestrae, vera quam ordissime coniuncti amicitia, // nos syncerissime diligamus, atque in mutuo amore invincem per sequentes, posthac // omnia pietatis fraternitatisque officia vicissim quam sanctissime p[…]temus. Certe // simul atque intelleximus inter cedere humanitates uestros, per Jona nostro Dick // buchero, gavisi sane sumus tam nobis a vestra pietate occasionem gratificandi // nobis esse oblatam. Proinde Jonam illum in album alumnoes ecclosiae nostrae // sicut rationibus adductis non bonibus, postulabatis, inscripsimus. Quo nomine // se gratum ille humanitati vestrae haud dubie exhibebit, nobisque adhortationibus // res suas in componet, ut aliquando ecclesia, a qua numo alitur, utilem suam // operam conferat. Paxent ampliss. nostro magistratui Comitatus, // provincia et Oppida aliquot, et sunt in his complures et amplus ecclesia, // et scholae nonnullae […] urbanas: quibus ne umque desint ministri doctoresque // idonei, educant ex opibus ecclesiasticis, ad ministerium ecclesianus, scholarcham, // iuvenos honesti, diligentes, et religiosi, de quibus spes est, fore, ut aliquanto // scholis ecclesijsque officijs sanctis inferui aut. E quonem numero non ulli // alij quoque sunt, quos ad nos discendi gratia amandavimus, et in quorum // numerum iam etiam Jonam nostrum, vobis authoribus perlibenter recepimus. // Qua re interim uestrae quoque pietati uoluimus attestatum, nobis etiam in alijs // gratificandi nobis, praesumptissimam esse uoluntatem. Rogamus aut huma // nitatis vestras, ut illos ecclesia nostrae alumnos, filios nostros dilectas, // quo nunc apud nos degunt, et quo porro ad nos venturi sunt, con filios // uestros paterna cum habeatis commendatos. //

 

[Text (B), 127v]

 

Quod reliqum est, piam ut Christum dominus custodem atque vindicem ecclesiae // suae quam sanguine suo redent, ut nos omnes mente et corpore incolumes con // serven ac in syncera doctrina confirmet, et ab abfunctis hominibus liberet. A quibus // audimus vos graviter vexari atque oppugnari, odio quodam Christianis hominibus // indigno, adeoque ob ueterem orthodoxam Catholicae ecclesia doctrinam, de as[…] // siame Domini nostri in coelum, de sessione eius ad dextram patris, adeoque de // indivisa persona et duabus in Christo naturis, proprietates suas in consule seruan // tibus, deque idiomatum communicatione. Non deferet nos verax et fidelissimus // dominus, quo se nobis affectimus permisit ad consumationem usque syacti. Neque in // bis certaminibus dubitamus de vestra constantia in fide et doctrina illa in du // bitata: quam et ipsi quotquot per universam Heluetiam ecclesia christi in // nistramus, concorditer vobiscum, per nostro officio, domisque a Deo acceptis, do // cemus atque defendimus, et Deo iuvante, nobiscum ad finem usque defendi // mus. Dominus adhic nobis spiritu suo sancto, concedatque ecclesiae suae con // cordiam, sopitis semel certaminibus illis, et reductis ad seniorem mentem // absurdis illis hominibus. Valete viri reverendi, et nobis perpetua ob // seruantia colendi, fratresque in Christo charissimus. Dominus benedicat // laboribus vestris, et servet nos ab omni male. Id que praecibus nostris pro // nobis ad Dominus effusis, potere numque desinemus, uicissim a nobis quam // petentes, ut in praecibus nostris nostri unque obliviscamini. Datae Tiguri // in Heluetia 25 Octob. Anno humanum salutis 1571. //

 

Pietatis et humanitatis // vestrae studiosiss. //

Pastores, professores et ministri ecclesiae // scholaeque Tigurinae in Helvetia. //

 

Dise meinung ward von Meister Heinrich Bullinger nachwertz beston // der etlichen Verläsen, und bestätter, derhalb diser brieff uff das // fürderlichst abgefertiget. Zu disem han auch ich an Dickbucher // selb ein epistel gschriben, in wellicher verfasset was, wie er wer // von wägen der herlichen fürgschrifft der Universitet, nütt // von syner wegen an genommen. ward auch im ernstlich anwäg er sich für hin, aller erbarckeit beflysse, die hoffertig und so man byßhar an im gschechen, fassen liesse. etc. Es ward // auch im und den anderen durch diß schriben anzeigt // das sy sich all stil, züchtig, und flißig erzeigtind, und gegen // der Universitet mitt aller ehrerbietung sich inen liebdind // und nütt übel halten, einer ganzen statt Zurich // kein unehr y legtind. etc. //

 

[Text (B), 128r]

 

Witer ward von Meister Burckhart Leeman, als ein superin=// tendenten eleemosynnend, anzeigt und klagt von etlichen, als // namlich einer der da heist süry und ein anderer Stadelman, // wie sij vil unzüchtiger gbeeden und reden tribind. Als der // Sury hab diser gfragt, ob er fünfe kenne zollen. Und als er // angfangen. 1. 2. 3. etc habe diser gredt, eh. du kansts nütt. // Also mustu säge. zwen arsleggen. 2 wust lappen. und // etwas wusts dasin, s das kennen end hubschy fünffe sijn. // mitt vil gäberet worten. Item so hatt der ein bysen // gässen, van wellichem der ander auch bysen begärt, Er // aber geantwort so du mich dar malen inn Ars läcken küssen // wirst, wil ich dir gäben. hieruff die hosen // abhin glassen. Der ander im den dienst thon. etc. // Mit etwas witerer unfur etc. Daruff min herren // thätig. daas sij, M. Burckhart und her Rudolff Funck // den herren Pfläger des Almusens, dise straff für // hieltind, und hernach uff ir bestetigung volstreckt // wurde. Namlich das inen solte das halb mus // und brot belangte welliches nach verhorung, // der rhadt, minen herren pflägeren gefallen, und hier, // zu auch den lüsthurn inen an zehäncken erkent. //

 

22. Novembris. //

Als mir Meister Burckhart Leeman anzeigt, wie under // den knaben, so das mus hand, Vit Letzinger were, // der sich übel hielte, schulte Zwinglij lher, ein kätzerij, die // gözen sigind rächt und nütt sund so man sy in der kilchen // halte, darnäbet wil er nütt gmeisteret sijn. Dan in darumb // M. Burckhart etliche mal beschickt, gstrafft, da er aber etwas nütt // erschinen, etwan so er erschinen doch nütt hege dumb räben etc. // Ist hieruff gratschlaget, das diewil er sich ungebürlich haltet, // in keine beedienen nutt kempe, und kleines ingenij ist, // und kein hoffnung, das etwas guts uß im werde, den er // auch ein bruder hatt, der ein mäß pfaff, das man es den // herren pflägeren solter anzeigen, das er wers geurlaubet, // us ob erzelten ursachen. das dan also hernach // usgrist ward, und er geurlaubet worden. //

 

[Text (B), 128v]

 

[next paragraph crossed out:]

<Item us ward von den knaben am almusen anzegen, wie einer // der da susij heest, und ein anderer RoRony my Burckhart // unzüchtiger wort und beeden brucht, also da der ein bysen // von dem anderen begärt, hatt Susij zu im gsert, wen du // mich, mit Zchten zemelden, mich drü malen am ars kuß // Diser es then. Item einer den anderen gfragt ob er f // konte zollen, der ander angfangen, eine .2. etc do dise // gsagt, es hette vil ein andere anfrug. und darüber g..// grobe wort gredt. Hand min herren erkent, uff gfallen // miner herren der pflegeren am almusen, das man den // süsij, von sägen sister unzüchtiger reden und der den // geurlaubet, dem anderen, deshalb muß abgschlagen wurde // >

 

26. Novemb. //

Hatt man die, so von wandlen heimkomen Nagel. Renner, // Werdmüller, Notzlij in artibus und linguis behört, und // namlich M. Hans Frieß in linguis, herr hans Jacob Frieß // in Dialecticis, herr collinus doctor keller in physices etc da sij // aber all, usgnommen der nagel übel bstanden. Derhalben // in anzeigt worden man werde sij wider ghören vor // dem examen theologico. Darnach sollend sy sich halten. // Demnach mitt kleideren und anderem rächt schoken. //

 

Als demnach anzeigt ward, wie einer in der underen // schul in der 4ten letzgen, mitt namen kurz, gern lüge // gelt entlente, und nütt widergäbe, nütt weder in die // schul nar in die bredienen komme, anders dem zwungen // nütt studiere, den provisoren […], und sinem wert // in die kammer un[…] thuge, darnach verdecke, damit // wers finde, sich verunsichere, ist er der schul gentzlich // verwysten. //

 

7. Februarij. 1572. Israel Stäheli//

Ist pittlich an mine herren die glerthen kommen, und affentlich // fürtretit, wie er von v. g. herren habe ein schlecht uskommen // besonder in diser thüre, bütte eshalb min herren wellich // in umb ein besserung ankernen etc. behulffen sijn. So //

 

[Text (B), 129r]

 

wolle er nun füro hin kein pfrund mehr anfallen, // sonder sich sijnes diensts in der schul den knaben mit // flijs für zeschriben vermügen lassen. Es habe auch // unsern g. herren kuntschafft, das so sij wellind // im wol moge ghelffen werden, sij wellind auch im // das best thun so es konne. Daruff im min herren // desen bescheid gäben, diewil min herren diser Zijt // nütt wol versamlet, komme man sich diß mals keins // entlichen anschließen der halben schübe man sijn sach // diß malen uff, byß uff ein glegnere zijt. Dan // min herren beduncken welt, so er welte huß han, // hette er ein zimlich uskommen dan er lxxviij. gl ierlich // von minen herren zer besoldung hatt. //

 

17. Novembris. //

Als herr Felix Engelhart Provisor in der schul zum frauwen // münster, sich mitt ußlichen etwas geltz umb ungebürlichen Zinß // über suche, und darumb in gfangeschafft kommen: ward von unsers // gnädigen herren synethalb, dise volgende erkentnus den glerthen // überschekt. //

 

Erkenntnus eines Exsamen Rhadt herren // Felix Engelharts halb. //

Als sich uff herr Felix Engelharten, durch gehepten nachgang, und sije // in gefengknus gegäbnen antwort, gnugsam erfunden das er durch sijn gylg // und eygennützlig gält ußlichen Zynß, und gält brieff kemffen groblich // und vilfaltig wider miner gnädigen herren darüber uffgerijchten // guten loblichen Satzungen und ordnungen ghandlet als das gemält // min gnedig herren inne herr felixen zu underrichtung der Jugendt, // nütt mehr tugenlich sijn, erachten kennen. und den selbigen hiemitt // nebentt fernern ufferlegten gält straff, synes gehepten amps, der pro=// visorij, in der Latynen schul zu frauwen münster, entsetzt und geurlaubet. und sich erkent, das die herren schulherren agentz ein andere ge=// schicke und gelerthe person am herr felix Engelharten statt zu einem // Provisor in ernempte schul zum frowenmünster nemmen und verordnen // sollend. Actum Sambstags den 17. Novemb. anno etc. lxxj. Present. herr // Burgermeister Kumblij und beijd reht //

underschrijber. //

 

Wie nun dise erkentnus von min herren den glerthen in offner // Convocation geläsen, hatt man an sijn statt gnommen Meister Rudolff // Hospinianus, der das was Collaborator in der oberen schul in der dritten Letzgen. An wellichen stand grad gnommen waß, M. Hans Jacob Haller. //

 

[Text (B), 129v]

 

14 Aprilis 1572. //

Han ich ghalten das examen in der oberen schul, da sij zimlich // wol respondiert hand, besonder in des schulmeisters letzgen. und // sind uß allen letzgen die besten und glertisten in hechere lectionen // gfürdert werden. //

 

15. Aprilis. //

Hatt man ghalten das examen in der underen schul zum frawen // münster, da sij dan zimlich bstanden, sind glichsfals auch // der knaben etlich promoviert worden. //

 

16. Aprilis. //

Ward ghalten das examen Lectionum publicarum, da sij dan // all zimlich bestanden, allein zeigt man inen an sy soltind // sich nütt also gwennen an das papijr, sonder ussen lerne // die antworten. etc. //

 

17. Aprilis //

Ward ghalten die Censur der Stipendiaten, und deren // so das muß hand, und warend dozemal zelt der knaben // die das almusen nemmend lxxxxj. //

Dem Cunrat huser ward undersagt, das er uff der gassnen // gienge als ob er fluge, wiegsam, sonst fräch were, den mantel // über die achsel schwuge. In der letzgen unserweg, die // schul zerbreche etc. derhalben er sich dessij solte matgen und // abstan. //

Item so hatt der fattly ein knaben am almusen, der gar böß, und // umb niemand nütt gäbe, und sonst zelernen unthugentlich, solle // man den synen anzeigen, das er zu einem handwerck bysyten // gfürdert werde. //

Glichs sol man auch anzeigen dem appenzeller dem rostocker und etlichen mehr. etc. //